Oeschbergerziehung (Handout Fachwartekurs 7.3.25)
Oeschbergkrone – Erziehung und Erhalt
Bemerkungen zum Pflanzschnitt
Welche Triebe sind als zukünftige Leitäste geeignet?
Steile Konkurrenztriebe zur Stammverlängerung sauber entfernen *.
Leitäste in geeigneter Richtung wählen. Idealer Winkel zwischen zwei benachbarten Leitästen
90 Grad. Wenn möglich Höhenversatz der Ansatzstellen. Notfalls nur 2 oder 3 Leitäste ziehen und die Fehlstellen im Folgejahr weiter oben mit Leitästen bestücken. So stark zurückschneiden, dass die verbleibenden Knospen trotz stark reduzierter Wurzelmasse austreiben.
Oeschbergerziehungsschnitte
Leitäste anschneiden – zuerst passende Außenknospe suchen – dann je nach Sorte auf diese Außenknospe oder auf eine darüber liegende Innenknospe schneiden – zuletzt 3 -5 darunter sitzende innere und seitliche Knospen entfernen (Induktion der Bildung von Fruchtästen).
Die Leitergasse verbauende Seitentriebe an Leitästen und Seitenästen entfernen (25 Grad Regel!).
Starke vom Leitast nach innen ragende Trieben entfernen oder zurücksetzen.
Einige außen am Leitast ansetzende Seitenäste durch Anschnitt stabilisieren oder durch Gegenaugenschnitt abflachen.
Die Seitenäste evtl. durch Auflösung von Gabelungen bzw. Schlankschneiden dem Leitast unterordnen.
Die Stammverlängerung oben anschneiden.
Entfernung zu steiler Seitentriebe an der Stammverlängerung, um ein Überbauen der Leitäste zu verhindern
Die Stammverlängerung wie eine Spindel erziehen und durch die Pflege einer ausreichenden Anzahl schwächerer Seitentriebe dominant gegenüber den Leitästen halten.
Günstig stehend Ständertriebe auf Fruchtästen zur Beruhigung des Wachstums belassen.
* Alle Schnitte so ausführen, dass ein rascher Verschluss der Wunde wahrscheinlich ist.
Scharfe Werkzeuge und optimale Schnittführung sind wichtig!
Jeder Murks rächt sich durch den Eintritt von Schadorganismen.
Erhalt der Oeschbergkrone
Je nach Sorte mehr oder weniger können die Leitäste unter der Fruchtlast in eine deutlich abgeflachte Stellung geraten. Es droht die Gefahr der Überbauung durch Seitenäste aus der Stammverlängerung. Um die nach oben offene Oeschbergkrone zu erhalten, empfiehlt es sich, neue Leitastverlängerungen aufzubauen.
Nötig hierfür sind Ständertriebe an der Oberseite des abgeflachten Leitastes im statisch günstigen Bereich (meist unteres Drittel des Leitastes). Diese Ständertriebe werden durch Binden formiert und angeschnitten. Durch das Ausknipsen von Knospen induzieren wir die Bildung passender Fruchtäste. Die neuen Leitastverlängerungen sind zur Stabilisierung jedes Jahr anzuschneiden. Knospen ausknipsen dabei nicht vergessen.
Die jährliche Wiederholung dieser Prozedur sorgt für steile und stabile Leitastverlängerungen.
Der vorherige Leitast fungiert noch als fruchtender Bereich und wir nach und nach reduziert.
Werner Maier